Ein Gespräch mit der Allianz für die psychische Gesundheit der schwarzen Bevölkerung (Black Mental Health Alliance, BMHA)

Ein glatzköpfiger, dunkelhäutiger Erwachsener mit Brille liest einem Kind ein Buch vor, während sie zusammen auf einer Couch liegen. Das Kind hat dunkle Haut, kurze dunkle Haare und ein Lächeln im Gesicht, wenn es zu der Person aufblickt, die ihm vorliest.
Cencora setzt sich dafür ein, den Zugang zur Gesundheitsversorgung auf der ganzen Welt zu erweitern, und wir arbeiten mit vielen Organisationen zusammen, die sich darauf konzentrieren, die besonderen Bedürfnisse unterversorgter Gruppen zu erfüllen. Durch Partnerschaften und Unterstützung sind wir in der Lage, in Communitys Großes zu bewirken, in denen Barrieren bei der Gesundheitsversorgung stärker verbreitet sind.
 
Diese wichtige Arbeit befindet sich an der Schnittstelle mehrerer Teams bei Cencora, darunter Umwelt, Soziales und Governance (ESG); die Cencora Impact Foundation; Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion (DEI); und unsere Mitarbeiterressourcengruppen (ERGs). Wir befähigen unsere Partner durch die Einbringung unserer gemeinsamen globalen Reichweite und unseres Fachwissens dazu, mehr für die Menschen zu tun, denen sie dienen, was uns wiederum dabei hilft, unserem Ziel der Schaffung einer gesünderen Zukunft näherzukommen.
 
Ein herausragendes Beispiel dafür ist unsere Beziehung zur Allianz für die psychische Gesundheit der schwarzen Bevölkerung (Black Mental Health Alliance, BMHA) , einer Organisation, die sich der Unterstützung der Gesundheit und des Wohlbefindens Schwarzer Menschen und ihrer Communitys verschrieben hat. Um die Frage, wie wir unser Ziel mit der Mission von BMHA abgleichen, eingehender zu untersuchen, haben wir Amber Huff, ein Mitglied unserer BOND ERG (Black Organization for Networking & Development, Schwarze Organisation für Networking und Entwicklung), eingeladen, eine/n Vertreter/in der Organisation zu interviewen. Lesen Sie weiter, um mehr über BMHA und unsere Zusammenarbeit zu erfahren, damit schwarze Menschen Zugang zu kulturell kompetenten psychischen Gesundheitsdiensten haben. 

 

AH: Wie groß sind die Reichweite und der Fußabdruck von BMHA in unseren Communitys, und wie sind diese entstanden?

 
BMHA: BMHA wurde ursprünglich 1983 (ja, wir sind gerade 40 Jahre alt geworden!) von zwei erfahrenen Fachleuten für psychische Gesundheit und sozialen Visionären gegründet, die ihre Karriere den Bedürfnissen der psychischen Gesundheit von Communitys of Color gewidmet haben.

Die Gründer – Maxie T. Collier, M.D., Psychiater in einer Privatpraxis und von 1987 bis 1990 Baltimores erster afro-amerikanischer Gesundheitsbeauftragter, und Fikre Workneh, MSW, ein ursprünglich aus Äthiopien stammender Sozialarbeiter, der mit Kriegsveteranen arbeitete – waren extrem verstört über die tief sitzenden, lebensbedrohlichen gesundheitlichen Ungleichheiten unter den afro-amerikanischen Bewohnern von Baltimore City, darunter Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen, Gewalt und Suizid. 

Die [damalige] Senatorin Shirley Nathan-Pulliam, RN, stieß dann zu Dr. Collier und Fikre Workneh hinzu. Sie stellten endemisch verbreitete Fehldiagnosen durch Ärzte und ein anhaltendes Stigma gegenüber der Behandlung psychischer Erkrankungen in der afro-amerikanischen Community fest, was Menschen mit psychischen Erkrankungen davon abhielt, medizinische Hilfe aufzusuchen. 

Den Grund erkannten sie in einem Mangel an kulturell kompetenten Anbietern von psychischen Gesundheitsdienstleistern und schlussfolgerten, dass eine verstärkte Ausbildung dazu beitragen würde, diese Zahl zu erhöhen. Ursprünglich lag der Schwerpunkt auf der Ausbildung von Therapeuten in Baltimore City und den betroffenen Communitys. Das Interesse wuchs schnell und BMHA dehnte seine Reichweite auf Washington, D.C. und Virginia aus. Heute ist die BMHA auch in Maryland, Washington, D.C. und Virginia zu finden und bietet in den USA und anderen Ländern Schulungen und Heilungskreise in farbigen Communitys [per Videokonferenz] an. 

Dank der umfangreichen Datenbank der BMHA mit kultur- und patientenzentrierten lizenzierten Fachleuten für psychische Gesundheit sind wir in der Lage, Patienten vertrauliche Überweisungen anzubieten, wenn sie psychische Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen möchten. Auch kulturspezifische Schulungen werden angeboten. 

Die Ressourcen und Empfehlungen der BMHA haben Menschen in Lagos Island, Lagos, Kampala, Uganda, Neckarsulm, Deutschland, Cambridge, Ontario und Frankreich unterstützt. Die BMHA hat in den letzten Jahren Tausende von Überweisungen erhalten, was von Bedeutung ist, weil die BMHA sich bewusst bemüht hat, sinnvolle, ansprechende und befähigende monatliche Programme zur Weiterbildung schwarzer Menschen anzubieten – und das ganz offen und selbstverständlich. 

 

AH: Wie erzielt die BMHA das Gleichgewicht zwischen Bewusstsein und Handeln? 


BMHA: Der Versuch, die Waage zwischen Bewusstsein und Handeln zu halten, ist oft schwierig, da viele psychische Gesundheitsprobleme bei schwarzen Menschen auf systemischen Rassismus und anhaltende Traumata zurückzuführen sind. Wir glauben, dass wir eine Verantwortung gegenüber der globalen schwarzen Community haben, die Ursprünge des Schwarzen Traumas bekannt zu machen. Nach dem Aufstand in Baltimore im Jahr 2015 (Freddie Gray) hat die BMHA ihr Engagement für die Heilung der Community neu verstärkt. Seither setzt sich die BMHA zielgerichtet dafür ein, die Community zusammenzubringen, um Eltern, Betreuer, Pädagogen, Community-Leiter und Anbieter psychischer Gesundheitsdienstleistungen mit lebensspendenden, lebensrettenden Widerstandskraft- und heilenden Anpassungspraktiken und -ritualen zu versorgen, damit schwarze Kinder und junge Erwachsener optimale Wertschätzung erfahren. 

 

AH: Was bedeutet die Anerkennung und Unterstützung durch die Cencora Impact Foundation für Sie und Ihre Organisation? 


BMHA: Die großzügige Spende der Cencora Impact Foundation ermöglicht es der BMHA, weiterhin wichtige Community-Rap-Sessions, sogenannte SAWUBONA Circles, zu veranstalten.  SAWUBONA ist ein Swahili-Gruß, der „Ich sehe dich“ bedeutet.

Die Sitzungen sind ein Versuch, die Bedeutung von SAWUBONA herauszustellen und darüber aufzuklären, wie dieses Konzept den Menschen einen offenen Kreis zur Heilung bieten kann, in dem sie wichtige Themen besprechen und bedenken können. Oft können die Lebensumstände, insbesondere die schwarzer Menschen und anderer People of Color, Gefühle von ignoriert oder übersehen werden, Minderwertigkeit und oft sogar pathologisiert werden auslösen. Es gibt jedoch wirklich ein Gegennarrativ zu diesen Umständen – ein Gegennarrativ, das die Menschlichkeit respektiert. Bevor wir die Menschlichkeit respektieren, müssen wir die Menschen und all die vielen Dimensionen ihres Lebens wirklich „sehen“. Dazu gehört, von wem sie abstammen und wer von ihnen abstammt, also z. B. ihre Kinder.  Die Spende hilft uns, das Gegennarrativ zu fördern.

Indem wir SAWUBONA annehmen, sehen wir die Menschlichkeit der Personen, die von diesen Umständen betroffen sind, und wir bewegen uns gemeinsam in Richtung Heilung – nicht nur während der eigentlichen Sitzung, sondern auch darüber hinaus. Es ist unser letztendliches Ziel, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen die SAWUBONA-Konzepte erlernen, in der Lage sind, ihre Stimme und ihre Entscheidungen laut werden zu lassen und die Leerstellen für sich selbst füllen können, indem sie die Stärken nutzen, die sie bereits in sich tragen.

AH: Was ist der wichtigste Punkt, den Sie den BOND-Mitgliedern über Ihre Organisation erzählen möchten? 


BMHA: Die Mission der Black Mental Health Alliance ist seit 40 Jahren, vertrauenswürdige, kulturell relevante Bildungsforen, Schulungen und Überweisungsdienste zu entwickeln, zu fördern und zu sponsern, die die Gesundheit und das Wohlbefinden schwarzer Menschen und gefährdeter Communitys unterstützen. Wir sind bis heute unserer Mission verpflichtet. 

Die Cencora Impact Foundation , früher bekannt als die AmerisourceBergen Foundation, ist eine unabhängige Nonprofit-Organisation, die sich die Aufgabe gestellt hat, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Patientenpopulationen – sowohl Menschen als auch Tiere – zu verbessern. Durch Partnerschaften, Projekte und Zuschüsse arbeiten wir mit gemeinnützigen Organisationen zusammen, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung auf der ganzen Welt zu verbessern.

Erfahren Sie mehr zu DEI bei Cencora

Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion (Diversity, Equity, Inclusion – DEI) sind von zentraler Bedeutung für unsere Tätigkeit als weltweit führendes Unternehmen im Bereich pharmazeutischer Lösungen. DEI ist nicht nur der richtige Ansatz – es ist der Schlüssel dazu, wie wir einen wachsenden positiven Einfluss im Gesundheitswesen ausüben können.